Donnerstag, 29. Juli 2021
Donnerstag, 17. Juni 2021

Tim Unwille: "Sauberes Wasser"

Tim Unwille: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich Kindern das Schwimmen beibringe und sie das Seepferdchen ablegen.“ Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Tim Unwille über das Wohl der Gäste, die Karibik und Leichtsinn

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Herzberg. Tim Unwille ist Fachangestellter für Bäderbetriebe im Schwimmbad Herzberg. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt er, was die Vorzüge seines Berufs und des Herzberger Schwimmbads sind.  

 

SWB: Wie froh waren Sie, dass das Schwimmbad Herzberg wieder seine Pforten öffnen durfte?
Tim Unwille:
Schon sehr froh. Auch im Vorjahr durften wir später als normal öffnen: Besser später als nie. Der normale Eröffnungstermin ist der 15. Mai. In diesem Jahr verschob sich der Termin lediglich um zwei Wochen.


Wie wird man Schwimmmeister?
Schwimmmeister ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf. Ich habe in der Bundeswehrschwimmhalle in Holzdorf gelernt und bin jetzt meine zweite Saison im Schwimmbad Herzberg tätig.


Wie muss man sich die Ausbildung vorstellen?
Neben verwaltungstechnischen Fragen geht es natürlich um die Erste-Hilfe-Maßnahmen und das Retten von Personen. Dazu kommt noch der Umgang mit der Bädertechnik. Das Herzberger Schwimmbad ist schon etwas in die Jahre gekommen, verfügt über ältere Technik, was die Beckenwasser-Aufbereitung betrifft. Aber das macht es interessant. Ich kann oftmals noch selbst Hand anlegen und muss nicht nur Knöpfe drücken.  


Was ist der Unterschied zwischen Schwimm- und Bademeister?
Der Schwimmmeister steht am Beckenrand und rettet in Not geratene Personen. Ein Bademeister arbeitet auch als Masseur und medizinischer Bademeister, beispielsweise in Reha-Kliniken.


Beneidet man Sie um Ihren Arbeitsplatz an der frischen Luft, der Sonne und nicht zuletzt der schönen Frauen?
Ab und zu schon, ja (lacht). Aber manchmal gehen mir die Frotzeleien auf die Nerven. Da bekomme ich schon mal zu hören: So wie Du arbeitest, möchte ich mal meinen Urlaub verbringen! Dabei arbeiten wir in der Saison von Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr – an Regentagen allerdings etwas weniger. In der schönsten Zeit des Jahres habe ich nie so richtig frei. Aber ich möchte mich nicht beklagen, habe mir meinen Beruf ja ausgesucht. Und es macht mir Spaß!


Was zählt noch zu Ihren Aufgaben?
Die Aufsicht unserer Besucher, Erste Hilfe leisten, Schwimmkurse für die Jüngsten begleiten und ihnen das Seepferdchen abnehmen. Das Seepferdchen ist das erste Schwimmabzeichen, das Kinder erhalten können. Zu meinen Aufgaben gehört noch das Überprüfen der Wasserwerte, die Wasser-Qualität wird im Übrigen dreimal täglich überprüft sowie das Einstellen der Technik. Kurzum erledige ich alles, was zum Wohl unserer lieben Gäste beiträgt.


Wann wird es brenzlig oder gefährlich für Sie?
Glücklicherweise habe ich noch nie jemand retten müssen. Bei Stürzen muss ich mal ein Pflaster kleben und Trost spenden.


Was sind schöne Erlebnisse in Ihrem Beruf?
Wenn die Kleinsten bei ihrem Schwimmkurs das Seepferdchen schaffen. Und wenn sich unsere Gäste über das saubere, klare Wasser freuen. Hin und wieder muss ich mal mit dem Kescher oder Beckenabsauggerät Blätter entfernen.


Was macht ein Schwimmmeister im Winter?
Überstunden abbummeln und Urlaub machen. Da ich Angestellter der Stadt Herzberg bin, helfe ich auf dem Bauhof oder in der Turnhalle. Vor der Eröffnung des Schwimmbades wurden die Türen im Eingangsbereich frisch gestrichen. Die Umkleidekabine erhielt neue Lampen und die Tischlerei Jens Mehlhase hat neue Türklinken gesponsert. Ein neues Sonnensegel und eine Palettenlounge laden im vorderen Bereich des Bades zum Verweilen ein.


Hand aufs Herz: Wo macht ein Schwimmmeister Urlaub – in den Bergen oder am Meer?
Ich bin tatsächlich der Typ, der seinen Urlaub größtenteils zu Hause verbringt. Aber einmal möchte ich in die Karibik, in die Dominikanische Republik, fliegen: Sommer, Sonnenschein, Strand und Meerwasser genießen – das wäre was!


Sie sprachen davon, dass Sie kleinen Kindern das Schwimmen lernen. Dennoch liest man Jahr für Jahr von tödlichen Bade-Unfällen.
Davon habe ich auch gehört, kann aber schlecht beurteilen, was die Ursache war. Sicherlich spielen an unbewachten Badegewässern jugendlicher Leichtsinn und Übermut, Imponiergehabe und vielleicht auch Alkohol eine Rolle. Sicherlich liegt es andernorts am mangelnden Schwimmunterricht, dem weiterführenden Schwimmunterricht und dem Nichterlernen einer zweiten Schwimmart. Die Schüler des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Herzberg sind aber regelmäßig zum Schwimmunterricht bei uns.


Sie betreuen die Seepferdchenkurse. Was sollten interessierte Eltern tun?
Mich einfach ansprechen. So ein Kurs ist unkompliziert, dauert in der Regel zehn Stunden – manchmal etwas mehr. Allerdings sollten die Kinder schon an Wasser gewöhnt sein, das heißt keine Angst vor dem Wasser haben.


Was sind die Vorzüge des Schwimmbades in Herzberg?
Das 50-Meter-Becken eignet sich ideal für diejenigen, die ihre Bahnen ziehen möchten. Für Kinder gibt es einen Wasserspielplatz, dazu kommt der Beach-Volleyballplatz. Und im Kiosk bei Familie Rusch gibt es leckere Speisen und eine große Auswahl an Getränken für den kleinen Geldbeutel. 
Gespräch: H. Landschreiber


Geöffnet ist das Schwimmbad Herzberg von Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr

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