Dienstag, 13. April 2021
Mittwoch, 7. April 2021

Dicke Überraschung für Vereinsarbeit

Die Mockrehnaer Räte tagten corona-gewohnt im Heidelbachsaal in Langenreichenbach.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Entwarnung für all jene, die sich am Dienstagabend im Langenreichenbacher Heidelbachsaal auf eine muntere Grundsatzdebatte zur Einführung einer Baumschutzsatzung gefasst gemacht hatten.

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Auf Antrag von Mockrehnas Vize-Bürgermeister Claus Heinrichsen (FWG) war der Tagesordnungspunkt ohne große Gegenwehr von der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung genommen worden. Unterstützung bekam der Wildschützer durch die Langenreichenbacherin Kathrin Hasenbein (FWG).

Heinrichsen begründete sein Vorgehen unter anderem damit, dass – coronabedingt – derzeit nur die allerwichtigsten Themen im Gemeinderat diskutiert werden sollten. Ohnehin tut nach Auffassung vom LINKE-Gemeinderat Erwin Ellguth die Wiedereinführung einer solchen Satzung nicht Not, da nach seiner Lesart die vom Landtag bereits am 3. Februar verabschiedete Novelle des Sächsischen Naturschutzgesetzes erst einmal viele Gehölze automatisch unter Schutz stelle. 

Verdopplung

Wichtiger als die Grundsatzdiskussion über eine Baumschutzsatzung war den Räten indes der Beschluss zur öffentlichen Auslegung der Haushaltszahlen. Diese waren bereits im März in nichtöffentlicher Runde diskutiert worden, woraufhin die Kämmerei ein dickes Lob einstecken konnte (die TZ berichtete). Auch diesmal überzeugte Kämmerin Kirsten Blech mit der Präsentation eines Zahlenwerks, das kurz nach Ostern noch eine dicke Überraschung für die Vereinsarbeit beinhaltet: So hatte Bürgermeister Peter Klepel bereits während des Wahlkampfes vor einem Jahr eine Verdopplung der 2019 eingeführten Vereinspauschale von 1 auf 2 Euro ins Spiel gebracht. Die nun mit den Ortsvorstehern abgestimmte Summe bemisst sich an der Anzahl der Einwohner in den jeweiligen Ortsteilen. Über die Verteilung der Gelder entscheiden die Ortschaftsräte. 

Personalkosten

Größter Finanzposten im aktuellen Doppelhaushalt sind die Personalaufwendungen in den Kindereinrichtungen. Gut 2,7 Millionen Euro stehen beispielsweise gut 1,5 Millionen Euro schwere Personalausgaben im Bereich der Verwaltung und des Bauhofs gegenüber. Knapp 500000 Euro verschlingt die Unterhaltung öffentlicher Gebäude und Straßen. Ähnlich gelagert sind die Ausgaben für Betriebskosten, obgleich hier – im Vergleich zum vorigen Doppelhaushalt – eine spürbare Steigerung verzeichnet werden musste. Neben allgemeinen Preissteigerungen machen sich hier die wegen Corona erforderlichen intensiveren Reinigungsintervalle bemerkbar.

„Noch können wir unseren Haushalt ausgleichen“, betonte Kämmerin Blech. Doch das für die Verrechnung zur Hand genommene anteilige Basiskapital der Kommune sei irgendwann aufgebraucht. „Langfristig müssen wir uns über andere Dinge unterhalten“, sagte Blech mit Blick auf die Verbesserung der Einnahmenseite. Derzeit sei dies der Pandemie geschuldet sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt. Doch werde man sich eine solche Diskussionen nicht ersparen können, zumal die Kommune bei den Hebesätzen noch deutlich unter dem sächsischen Durchschnitt liege. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt anno 2021 in Mockrehna bei null Euro. Der Doppelhaushalt soll am 4. Mai vom Gemeinderat verabschiedet werden.


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