Freitag, 12. August 2022

Landesgartenschau in Torgau zeigt Bonsai-Gewächse

Für eine Woche ist die Hallenschau „Bonsai, Bambus, Ikebana“ zu sehen. (Thomas Keil)

von Thomas Keil

Auf der Landesgartenschau kann man jetzt eine Woche lang in die Welt der Bonsais eintauchen. Was das besondere an den Mini-Bäumen ist - darüber sprachen wir mit dem Experten René Alber.

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Torgau Eichen, Linden, Kiefern - die Blumenhalle der Sächsischen Landesgartenschau in Torgau wird bis zum 17. August zum Wald. Doch halt, die Bäumchen ragen teilweise kaum hüfthoch auf. Sie sehen eher wie verkleinerte Modelle ihrer Pendants in freier Natur aus. In Kombination mit Bambusgräsern und japanischen Blumenarrangements präsentieren die sächsischen Gärtner und Floristen für eine Woche "Sommergrüße aus Fernost - Bonsai. Bambus. Ikebana." Über die Kunst der Bonsai-Bäume sprachen wir mit René Alber von den Bonsaifreunden Mittelsachsen, der mit seinen Vereinsfreunden zu den Ausstellern gehört.

Was fasziniert Sie an Bonsai- Bäumen?

Ein Baum in Miniatur sieht einfach schön aus. Außerdem reizt mich das Arbeiten mit dem Baum - also seine Gestaltung.

Was meinen Sie mit "Arbeit mit dem Baum"?

Durch Pflegeschnitte wird der Baum in Form gebracht und seine Größe gesteuert. Man kann sagen, der Baum muss zum Frisör.

lso ist regelmäßiges Schneiden das Geheimnis für den Zwergwuchs der Bäume?

Im Prinzip ja. Ein gesunder Baum bekommt im Jahr zwei oder drei Pflegeschnitte. Dabei werden vornehmlich Äste und beim Umtopfen Wurzeln gekürzt. Ohne diese Schnitte würde der Baum einfach wachsen und irgendwann die Schale sprengen.

Was für Baumarten eignen sich als Bonsai?

Alle Gewächse, die verholzen. In der Karibik gibt es zum Beispiel Palmen-Bonsai. Bei uns kann man auch einen Apfel- oder Schlehenbaum auf Miniaturformat bringen. Diese Bäume bilden sogar Früchte aus.

Wo pflanze ich den Bonsai in meinem Garten?

Nirgends. Bonsai heißt "Baum in Schale". Würde man den aus der Schale nehmen und ins Erdreich pflanzen, dann würde der Baum sich zur normalen Größe entwickeln.

Wo stellt man diese Bäume dann auf?

Man positioniert den Bonsai mitsamt Schale an der für die jeweilige Sorte bestmöglichen Stelle im Garten, wobei auch die Größe eine Rolle spielt. Schließlich gibt es Bonsai in einem Größenbereich von fünf Zentimetern bis zu knapp zwei Metern. Zusätzlich gibt es auch noch die Niwaki. Das sind sogenannte Gartenbonsai - also Formgehölze normal in der Erde, aber nach Bonsai-Art gestaltet.

Bonsai - das stammt doch aus Japan?

Denken die meisten, ist aber falsch. Die Chinesen haben vor mehr als 2000 Jahren damit als sogenanntes Penjing angefangen. Erst im zwölften Jahrhundert gelangte diese Kunst mit dem Zen-Buddhismus nach Japan. Ab dem 19. Jahrhundert ist dann diese Baumpflege auch in Europa angekommen.

Was steckt kulturell dahinter?

Das entstammt einer Philosophie über die Schönheit der Natur. Bei einer Schale Tee tauschten sich die Gelehrten und Wohlhabenden in China darüber aus. Darum wurden solche Bäumchen vor allem in Teehäusern platziert. Es ist ein wenig mit Modellbau vergleichbar. Schließlich heißt Penjing übersetzt "Landschaft in Schale". Die Natur wurde also vom Großen ins Kleine übertragen.

Interview: Thomas Keil

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