Sonntag, 26. Juni 2022
Mittwoch, 22. Juni 2022

"Als nächstes machen wir ein Hip-Hop oder Schlager-Festival"

Thomas Richters Hobby ist es Festivals zu Veranstalten. Mit dem „In Falmmen Open Air“ und dem Gothik-Festival “Stella Nomine - The Blackest One“ macht er Torgau weltweit bekannt. (Fotos: ) (Nadine Huber)

von Laura Krugenberg

Metall-Mekka und schwarze Stadt: Thomas Richter lädt nach Covid zu einer "höllischen Gartenparty" und einem Gothik-Fest. Was jetzt für Torgau ansteht.

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Torgau Vor Thomas Richter liegen zwei sehr spannende Wochen mit vielen "Knackpunkten", wie der 46-Jährige verrät. Denn vom 7. bis 9. Juli findet nach zwei Jahren Zwangspause wieder das überregional bekannte Metall-Festival "In Flammen Open Air" im Entenfang statt. "Ich habe es noch gar nicht so wirklich realisiert, dass es wieder los geht. Langsam merk ich aber. Jetzt wird's ernst", erzählt der Veranstalter.

Das wichtigste hat "Metall-Richter", wie ihn viele nennen, aber schon erledigt: Trotz zwei kurzfristigen Absagen holt er für das 15-jährige Jubiläum des Open Airs die versprochenen 39 Bands in die Elbstadt. Jetzt heißt es Flüge buchen, Shuttle organisieren und sich um Hotelzimmer kümmern. Vor allem letzteres ist für ihn gerade ein Stressfaktor, denn durch die Landesgartenschau und die bevorstehende Sängerakademie sind Hotelzimmer Mangelware. Trotzdem wirkt Richter entspannt. In den Jahrzehnten als Veranstalter hat er schon viel erlebt. "Man wächst mit der Aufgabe. Ich sage immer Ende gut, alles gut."

Seit den 90ern veranstalteter der Torgauer Metall-Konzerte in seiner Heimatstadt und dass neben Beruf und Privatleben, als Hobby. "Andere gehen zum Fußball, ich veranstalte eben Festivals." Für sein Hobby war Thomas Richter schon viel unterwegs. Jedes Wochenende Flyer auf anderen Konzerten verteilen, sich mit anderen aus der Szene vernetzen und natürlich die seine eigenen Veranstaltungen organisieren und planen. "Ich will keine Veranstalter sein, der zu Hause sitzt. Ich bin in der Szene verwurzelt und natürlich auch Teil davon. Da muss man auch selbst anpacken."

Dass sich das "In Flammen" von Club-Konzerten zu irgendwann mal zu eine Open Air mit Besuchern aus der ganzen Welt wird, damit hatte Richter nicht gerechnet. "Es ist von Jahr zu Jahr gewachsen, aber ohne, dass ich das irgendwie erzwungen habe.

Mir geht es nicht ums Geld, sondern um die Musik und die Leute der Metall-Szene. Das "In Flammen" stand schon immer gegen Komerz. Klar muss am Ende alles bezahlt werden, aber irgendwie hat das immer geklappt." Deswegen ist es dem 46-Jährigen auch nicht wichtig wie viele Karten verkauft werden. Viel interessanter ist es für ihn, wohin er die Karten schickt. In diesem Jahr kommen sogar Besucher aus Chile. Das spornt Richter an. "Ich bin eigentlich auch nur Metall-Fan, der sich über die Bands und die gemeinsame Zeit freut. Veranstalter bin ich nur, weil es ein Dummer halt machen muss." Über drei Bands freut sich Richter in diesem Jahr besonders, weil sie ihn seit seiner Jugend begleiten - die Kult-Metaller von Paradise Lost, Vltimas und Samael. "Dabei darf man aber nicht den Headliner aller Leckermäuler vergessen. Wie jedes Jahr gibt es am Samstag eine große Kuchen und Kaffee Tafel. Das hat Tradition."

Seit vergangenem kümmert sich der 46-Jährige noch um ein zweites Event im Entenfang - Das Gothik-Festival "Stella Nomine - The Blackest One", welches vom 18. bis 20. August stattfindet. Während Corona ein neues Projekt zu starten hat bei vielen in Richters Umfeld für Kopfschütteln gesorgt. Am Ende war das schwarze Festival aber ein Erfolg. "Es war einfach unglaublich wie viele gekommen sind. Die Atmosphäre war einfach perfekt." Für die schwarze Szene bietet die Renaissancestadt einen besonderen Anreiz - Zahlreiche historische Fotokulissen und ein reiches kulturelles Angebot. "Auch in diesem Jahr werden die Besucher wieder Shuttlebusse in die Stadt fahren. Es ist schön wie Torgau dadurch belebt wird und immer bekannter wird."

All das trotz Pandemie zu stemmen war nur möglich, weil Richter sowohl von seiner Familie als auch den treuen Festival-Besuchern Rückhalt bekommt. Als er in den letzten zwei Jahren das "In Flammen" absagen musste, behielten viele ihre Tickets und kamen zusätzlich zu den Ersatzveranstaltungen, den "In Flammen Ferienlagern". "Da zeigt sich der Zusammenhalt der Szene. Weil wer kommt extra wegen eines Ferienlagers von Hamburg nach Torgau?"

Auf die Frage, ob er trotz Familie, Job und zwei Festivals noch eine weitere Idee für Torgaus Musikszene im Kopf hat, antwortet Richter mit einem Witz: "Als nächstes machen wir eine Hip-Hop oder Schlager-Festival."

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