Samstag, 22. Januar 2022
Sonntag, 28. November 2021

Von der Amtsstube ins Atelier 

John Theile

Norbert Töpfer

Dommitzsch. Der Dommitzscher John Theile änderte sein Leben nach einer Leukämie-Diagnose von Grund auf.

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Unglaublich, aber wahr! Bei einem Spaziergang durch die Kleinstadt Dommitzsch (2426 Einwohner) war der Autor dieses Beitrages zufällig in einer kleinen Straße hinter dem Markt und der Kirche  unterwegs und sah, wie ein junger Mann seine Garage öffnete. Eigentlich nichts Besonderes. Doch darin war kein Auto zu sehen, sondern ein Raum voller Bilder. Und schon kam es zum Gespräch mit dem Nordsachsen, was beeindruckende Dinge an den Tag brachte. 

Der junge Mann heißt John Theile, kämpft seit Jahren gegen die Leukämie, durch die der frühere Verwaltungsangestellte erst zur Malerei gekommen ist. „Ich lebe im Hier und Jetzt“, sagt der 31-Jährige, der bis 2016 im öffentlichen Dienst tätig war und sich in seiner Freizeit mit Radfahren und Wandern fit hielt. Bis die Krankheit zuschlug. Im Dezember 2016. „Das war ein Schock. Meine Hausärztin hatte mich nach schlechten Blutwerten ins Eilenburger Krankenhaus geschickt. Von dort ging es weiter in die Uniklinik Leipzig. Noch am Tag meiner Einweisung wurde mir mitgeteilt, dass ich unter akuter lymphatischer Leukämie leide. Danach gab es dramatische Phasen. Vier Wochen lag ich am Beatmungsgerät auf der Intensivstation.“ 

Malen selbst angeeignet

Ein Jahr nach dem Ende seiner Chemotherapie stellten die Ärzte fest, dass die Leukämie zurück war. „Das war natürlich eine schlimme Nachricht. Die Mediziner erklärten mir, dass eine Stammzellentransplantation nötig sei. Ich glaube, dass diese Ärzte mir damit das Leben gerettet haben. Eineinhalb Jahre habe ich mit Höhen und Tiefen in der Uniklinik Leipzig verbracht. Noch heute bin ich sehr glücklich darüber, dass alles ein gutes Ende genommen hat.“ Aber nicht nur wegen dieses Eingriffs. Bei John Theile änderte sich Entscheidendes in seinem noch jungen Leben.

Aus dem Angestellten im öffentlichen Dienst wurde ein Maler. „Ich hatte eine Eingebung und griff zum Pinsel. Mit der Kunst habe ich einen Weg gefunden, durch schöpferische Kraft dem Krebs entgegenzuwirken. Voller Leidenschaft widme ich mich der Kunst. Ich habe mir das Malen  selbst angeeignet. Mein Ziel war und ist es, meinen eigenen Stil zu entwickeln und umzusetzen. Ich möchte mit meinen Arbeiten so viele Menschen wie möglich erreichen und bin sehr dankbar für das wachsende Interesse an meiner Kunst. 

Offenbar ist der junge Dommitzscher auf dem richtigen Weg. Sogar international wurde die Öffentlichkeit bereits auf den inzwischen in Deutschland bekannten Maler aufmerksam. Beispiele: Über den Nordsachsen wurde in englischen Magazinen wie „House & Garden“ und „Vogue“ berichtet, was der 31-Jährige natürlich als Ehre empfindet. Auch Kunstmagazine in Deutschland haben bereits über die Arbeit des sympathischen jungen Mannes berichtet, der mit seinen Bildern und Motiven Freude, Kraft und etwas Anregendes in den Alltag anderer Menschen bringen will. Gerade, weil er gegen die tückischen Krankheit Leukämie seit Jahren kämpft, sei es für ihn klar, die José-Carreras-Leukämie-Stiftung zu unterstützen. „Von jedem Gemälde, das ich verkaufe, geht ein Teil meines Honorars an diese Stiftung. Es ist für mich eine Ehre, sie zu unterstützen.“ 

Der junge Dommitzscher gehört zu jenen Künstlern Sachsens, die auf Facebook und Instagram vertreten sind. Auch auf der Homepage der José-Carreras-Leukämie-Stiftung wird das Schaffen des jungen Mannes gewürdigt. Und auch bei YouTube ist er inzwischen ebenfalls kein Unbekannter mehr. Doch trotz des wachsenden Interesses ist der junge Maler bescheiden geblieben.

Hoher Bekanntheitsgrad

Beeinträchtigt war der junge Dommitzscher  durch die Corona-Pandemie. Gesundheitlich erwischt hat sie den sächsischen Maler nicht, dennoch konnte John Theile diverse Ausstellungsanfragen nicht wahrnehmen, was ihn sehr ärgert. Ein Erfolgserlebnis für den jungen Künstler ist natürlich, dass sich Interessenten bei ihm melden, um ein Bild mit einem bestimmten Motiv, wie zum Beispiel der eigenen Katze, dem geliebten Hund usw. in Auftrag zu geben, was natürlich für den inzwischen beachtlichen Bekanntheitsgrad und guten Ruf des jungen Dommitzscher Malers spricht. Seine künstlerische Strategie ist eindeutig: „Wenn ich mit meinen Arbeiten und mit dem, was ich liebe und lebe, etwas Positives aussenden und anderen Menschen eine Freude bereiten kann, dann ist mein Job erfüllt. Darin liegt ganz klar meine Motivation.“ 

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