Samstag, 22. Januar 2022
Freitag, 26. November 2021

So groß wie 130 Fußballfelder

Lageskizze. In der Bildmitte die Bahnstrecke, ganz unten die Straße zur Falkenstruth. Foto: Repro TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Ein Investor will zwischen Beilrode und Falkenstruth einen Solarpark errichten. Nun befassten sich die Räte mit dem Thema. 

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Es könnte nun ernst werden mit der Errichtung eines großen Solarparkes in Beilrode. Nachdem eine erste Bürgerversammlung im Oktober weitgehend auf Akzeptanz stieß, befasste sich nun in der November-Sitzung auch der Beilroder Gemeinderat mit dem Thema. 

Beidseitig der Bahn 

Der ortsansässige Landwirt Leonard Stemmer plant zusammen mit der Firma Energiebauern GmbH die Errichtung einer Freiflächen- Photovoltaikanlage. Ein erster Entwurf sieht immerhin 90 Hektar vor. Das könnte einer Fläche von 130 Fußballfeldern entsprechen. 

Laut Investor soll die Anlage beidseitig der Bahnlinie in Richtung Wald entstehen und südlich bis an die Straße „Zur Falkenstruth“ heranreichen. „Die rund 40 erschienenen Einwohner äußerten sich bei der Bürgerversammlung im Oktober überwiegend positiv, so dass der Gemeinderat das Vorhaben auf die Tagesordnung nahm. Es wurde entschieden, einen Aufstellungsbeschluss für den Solarpark zu fassen, um in dem Verfahren alle Träger öffentlicher Belange anzuhören“, so Bürgermeister René Vetter. Klar sei, dass in Hoheit der Gemeinde Beilrode ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss, um Baurecht zu schaffen. Bislang handelt es sich bei den Gebieten rechts und links der Bahnstrecke um Ackerflächen. 

Schlechte Erträge 

Durch die schlechte Bodenwertzahl und durch die Trockenheit waren die Erträge in den vergangenen Jahren aber immer schlechter geworden. Der Landwirt und das besagte Unternehmen sehen die Energiewende als Chance, die vorhandenen Ressourcen künftig besser zu nutzen. 

Timo Grieser ist Anwohner der Falkenstruth und hatte sich, gleich nachdem die Pläne bekannt wurden, auf Wunsch der Gemeinde in der kleinen Siedlung umgehört. „Es sind etwa sechs Haushalte“, gibt er einen Überblick. Und es sei kein offener Protest in der Falkenstruth zu spüren gewesen. „Die Meinungen reichten von: „Ist mir egal“ bis hin zu „Wir können es eh nicht verhindern“, schätzt Timo Grieser ein. Fest steht, dass ja irgendwie Energie erzeugt werden müsse in Deutschland. Natürlich sei bei solchen Projekten selten Euphorie bei Anwohnern zu spüren. „Es ist zweifellos eine große Fläche. Das Landschaftsbild ändert sich drastisch. Ich habe daher im Oktober eine Sichtachse und eine großzügige Hecke angeregt. Daraufhin sind vom Planungsbüro einige Änderungen im Entwurf vorgenommen worden. Ich persönlich hätte mir die Sichtachse noch größer gewünscht. Aber die Bewohner der Villa (Grundstück zwischen Beilrode und Falkenstruth d. Red.) waren damit einverstanden“, so Grieser. 

Anpflanzung vorgesehen 

Wenn rings um die Solarflächen eine Anpflanzung erfolgt, sei das auch eine ökologische Chance. „Eine Hecke wertet die Landschaft natürlich auf und verbessert den Lebensraum zahlreicher Tierarten. Die Pflege des Grünlandes soll durch Beweidung mit Schafen erfolgen, dies ist ja auch positiv. Um ein Zerschneiden der Landschaft zu verhindern, wird auch ein Korridor gelassen, so dass Rehe, Hirsche und Wildschweine noch umher ziehen können“, geht der Falkenstruther auf Details ein. 

Die Solaranlage solle mindestens 30 Jahre bestehen bleiben. Natürlich sei es eine Verbauung der Landschaft, ein Eingriff in die Natur. „Aber bislang handelte es sich um intensives Ackerland. Da wurde auch regelmäßig Gülle ausgefahren, was auch nicht immer so schön war. Eine Ideallösung gibt es nicht. Mir persönlich sind aber Solaranlagen lieber als Windkrafträder“, fasste Timo Grieser – langjähriger Forstrevierleiter der Falkenstruth und jetzt in Roitzsch tätig – das Stimmungsbild zusammen.

Pläne werden ausgelegt 

Wie Bürgermeister René Vetter wiederum deutlich machte, dürfte es mindestens bis ins Jahr 2023 dauern, bis ein Bebauungsplan zum Abschluss kommt. „Das Vorhaben wird in den nächsten Wochen noch öffentlich bekannt gemacht, die Pläne werden im Gemeindeamt für jedermann zur Einsichtnahme ausgelegt“, erklärte das Gemeinde-Oberhaupt. Wegen der Corona-Situation sei aber eine telefonische Anmeldung nötig. 

Die Bauzeit wurde vom Investor mit etwa sechs Monaten angegeben. Somit wäre eine Fertigstellung im Jahr 2024 denkbar. Nach einem neuen Gesetz könnte die Gemeinde finanziell an den Einnahmen beteiligt werden. Auch bei der Gewerbesteuer profitiert die Kommune.

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